Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Weitere Informationen zu deren Funktionsweise und Widerspruchmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzseite.

News Detail

Wir haben nachgefragt!

Melina von Olnhausen, Studierende im Bachelorstudiengang Physiotherapie (B. Sc.), bekam die Chance am 3. Clinical Fellowship der Sportphysiotherapie teilzunehmen.

Bild: Aleixo-Platini Menga, Leistungssportler des TSV Bayer 04 Leverkusen und Melina von Olnhausen, Studierende Physiotherapie an der SRH Hochschule für Gesundheit am Campus Karlsruhe.

Warum haben Sie sich für das 3. Clinical Fellowship der Sportphysiotherapie beworben? Wie war Ihre Reaktion als Sie erfahren haben, dass Sie teilnehmen dürfen?

Ich hatte mich bereits vor einem Jahr für das 2. Clinical Fellowship beworben, weil mich der Sportbereich schon im Kindesalter angezogen hat, ich selbst viel Sport im Alltag mache und mich die Disziplin der Leistungssportler und der Kontakt zu ihnen noch einmal mehr neugierig machten. Damals hatte es leider nicht geklappt.

Umsomehr habe ich mich gefreut, als ich den Bescheid bekam, dass ich die Auserwählte des 3. Clinical Fellowship der Sportphysiotherapie im Sporttherapiezentrum Bayer 04 Leverkusen sei, obwohl ich nicht mehr damit gerechnet hatte. Somit verbrachte ich meine erste freie Woche in den Semesterferien in Leverkusen. Ich möchte mich hierfür herzlichst bei Prof. Dr. Sven Reuter bedanken, der mir als Professor für Therapiewissenschaften an der SRH Hochschule für Gesundheit und Organisator des Clinical Fellowship diese spannende Zeit ermöglichte.

Was haben Sie alles erleben dürfen?

Eine Woche, vom 22.-26.7.2019, durfte ich beim Bayer04 Physioteam in Leverkusen, hospitieren und mich in dem riesigen Anwesen eine Woche lang zuhause fühlen, sodass mir der Geschäftsführer und Physiotherapeut Frank Zander sofort sein Fahrrad für eine schnellere Anfahrt ohne Bus zur Verfügung stellte, mir sämtliche Behandlungs- und Trainingsräume, sowie Saunen, Physikalische Therapie mit einer Eismaschine, Fango sowie einem Raum für Hydrotherapie und einem Eisbecken von CryoSpas zeigte. Bereits am ersten Tag durfte ich Sportler behandeln, die in die Praxis kamen.

Am zweiten Tag wurde ich bereits für feste Patienten eingeteilt, zumal eine Kollegin krank war und ich mich bereit erklärte, gerne die Patienten zu behandeln. Auch an diesem Tag behandelte ich wieder Athleten. Die Kombination aus der Behandlung von Kassenpatienten, Privatpatienten und internationalen Athleten, die ein konkretes Ziel verfolgen, bereitete mir viel Freude und gestaltete den Alltag sehr abwechslungsreich. Ich selbst durfte in der Anlage ebenfals trainieren und kam somit noch einmal mehr in Kontakt mit den Leistungssportlern und bekam Einblick in ihr persönliches Training.

Am Mittwoch kam ich erst gegen Mittag in die Praxis- diesmal mit dem Fahrrad von Frank- leider etwas verschwitzt, weil 39 Grad Celcius vorrausgesagt wurden. Aber Frank hatte auch hierfür sofort ein Handtuch und Duschgel für mich parat und hatte mir sogar ein Mittagessen bereitgestellt, weil dieser Tag lange werden sollte. Denn an diesem Tag stand das Bayer Classics Wettkampf an. So durfte ich ab 18:00 Uhr abends mit einem Erste-Hilfe-Koffer, Eis, Tape usw. sowie einem anderen Physiotherapeut auf das Spielfeld und dem Turnier live beiwohnen. Eine Stunde später hatte ich einen weiteren Termin mit einem Athleten in der Praxis, was mir bei den heißen Temperaturen gelegen kam. Danach ging es wieder auf das Spielfeld und ich durfte zuschauen, wie die Paralympics (Sportler mit einer Einschränkung), Sprinter, sowie Stabhochspringer usw. gegeneinander antraten. Allerdings war es ein wahnsinnig schönes Gefühl, die Athleten betreut und behandelt zu haben, bevor sie antraten und so hatte das Turnier nochmal eine spezielle, verbundene Komponente für mich. Ich blieb bis zum Schluss und schaute bei Physio-Behandlungen zu und beruhigte, beglückwünschte den ein und anderen Sportler.

Am Donnerstag ging es dann „on track“ - das bedeutet, dass die Physiotherapeuten bei dem Training der Athleten direkt vor Ort dabei sind und eingreifen können, wenn etwas passiert, eine Behandlungsbank parat haben und vor allem auch Bewegungsanalysen durchführen können, wodurch rezidivierende Probleme der Athleten aufgedeckt werden können, was auch eine enge Verbindung zu den Athleten und Trainern ermöglicht. Die Idee des „on track“ entstand vor einem Jahr bevor ein Wettkampf in Rio de Janeiro anstand, um die Physiotherapie evidenzbasierter zu gestalten und interdisziplinär im Team zu arbeiten. Vor Ort trainierten wenige Athleten, was absehbar nach dem Wettkampf am vorherigen Abend war, wobei einige Sportler der Paralympics vorzufinden waren, was mich diesen Sport erst schätzen und kennenlernen ließ. Denn dort kann keiner miteinander gemessen werden, weil jeder Einzelne eine andere Beeinträchtigung aufweist und sie vor allem das Ziel haben, sich selbst zu verbessern und sich nicht zu vergleichen - so wie es auch sein sollte. So erfuhr ich, dass auch eine Beinlängen-differenz von 7cm eine Aufnahme in die Paralympics ermöglicht. Zudem war ich inspiriert und berührt von den Sportlern mit einer Behinderung, die mir zeigten, dass noch so viel mehr möglich ist, als man denkt. Darunter war ein Junge mit einer halbseitigen Lähmung durch eine Plazentainsuffizienz bei Geburt und Sportler mit Amputationen. Ich unterhielt mich näher mit Markus Rehm, der seinen eigenen Weltrekord nochmal brechen will und schneller mit einer Feder und einem Bein läuft, als manch einer mit zwei Beinen. Diese Tatsache, dass diese Sportler so viel aus sich machen und der Welt zeigen, was noch alles möglich ist, hat sich mir definitiv eingeprägt und lässt mich ihre Wege weiterhin verfolgen. Ansonsten hatte ich an dem Tag keine Patienten, durfte lernen und zuschauen.

Am letzten Tag unterhielt ich mich länger mit Nathalie, die ebenso bei der SRH ihre Physiotherapie-Ausbildung absolvierte und nun beim Bayer04- Physioteam arbeitet. Ein weiterer Kollege war leider krank, sodass ich gern seine Patienten übernahm und immer noch genug Zeit hatte, um für mich selbst zu trainieren sowie dem aktuellen Europameister im Hochsprung, Mateusz Przybylko, beim Training zuzuschauen. Leider kam etwas dazwischen, so dass ich ihn spontan nach seinem Training nicht mehr adäquat behandeln konnte. Ich freu mich aber schon total auf das versprochene Wiedersehen!

Was wird Ihnen in Erinnerung bleiben?

In Erinnerung wird mir definitiv das tolle Team mit den top ausgebildeten und doch entspannten Physiotherapeuten bleiben, die mich herzlich aufnahmen, sowie das Konzept der Behandlung aus Kassen- sowie Privatpatienten und den Athleten mit oder ohne Termin. Auch die Förderung der Paralympics finde ich spitze und ist ein Themenbereich, den ich sehr wichtig und inspirierend finde. Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht, die Athleten für ihr angestrebtes Ziel zu behandeln und sie somit besser kennenzulernen. Die Woche hat meine Neugier auf die Sportphysiotherapie und die Zusammenarbeit zwischen Trainer, Sportler und Betreuungsteam der einzelnen Athleten gesteigert, was mich auch zukünftig weiterhin beschäftigen wird. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei der SRH Hochschule für Gesundheit, speziell bei Prof. Dr. Sven Reuter, und beim gesamten Team des Sporttherapiezentrums Bayer 04 Leverkusen herzlich bedanken.

Bilder zum Artikel

Unser Kontakt

Prof. Dr. Sven Reuter

Professor

für Therapiewissenschaften mit Schwerpunkt Physiotherapie,
Studiengang Physiotherapie, B. Sc.
E-Mail: sven.reuter@srh.de
Campus Stuttgart
Telefon +49 6221 427562-06 E-Mail schreiben