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Studierende der Gesundheitshochschule im interkulturellen Dialog

Durch interkulturelle Begegnungen und Expertenbefragungen wurden Studierende des Bachelorstudiengangs Bildung und Förderung in der Kindheit professionell sensibilisiert.

„Interkulturelle Kompetenz ist nicht angeboren, sie muss erlernt werden“, weiß die Kulturwissenschaftlerin Beate Antonie Tröster. Im Rahmen des Moduls Heterogenität von Lebenswelten fanden im Wintersemester 2019 / 2020 insgesamt vier Arbeitsfelderkundungen des Studiengangs Bildung und Förderung in der Kindheit (B. A.) statt. Bereits bei den ersten beiden Exkursionen in zwei Geraer Kindertagesstätten bekamen die Studierenden die Möglichkeit neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, und damit angewandtes Wissen zu generieren. Um die kulturelle Sensibilität der Studierenden zu vertiefen, sollten diese Erfahrungen nun durch Besuche der Migrationsberatung sowie des Interkulturellen Vereins erweitert werden.

Ines Jahn-Werner, Leiterin der Beratungsstelle für Migration in Gera – Mitte (diako thüringen), ermöglichte den Studierenden am 09. Januar 2020 eine insgesamt dreistündige Expertenbefragung. In Zusammenarbeit mit einer Kollegin erläuterte die Beratungsstellenleiterin das allgemeine Asylverfahren samt arbeits- und aufenthaltsrechtlicher Bedingungen. Besonders interessant war es für die Studierenden von den Hürden zu erfahren, mit denen sich zugewanderte Menschen häufig konfrontiert sehen und wie sich diese auf das persönliche wie familiale Leben jener auswirken können.

Großen Raum nahm auch das Thema Haltung im Fachgespräch ein. Ines Jahn-Werner erläuterte den Studierenden, wie Zugewanderte nach wie vor durch Diskriminierung und soziale Ausgrenzung belastet werden. In einer reflektierenden Auseinandersetzung erarbeitete die Gruppe gemeinsam mit der Diakonin, den professionellen Umgang mit diesen Problemen und führte sich vor Augen, welche Komponenten für ein friedvolles Miteinander von Bedeutung sind.

Offenheit, Freundlichkeit und Interesse – das sind wohl die drei wesentlichsten Voraussetzungen für Wohlbefinden und ein Gefühl des Angenommen- und damit Willkommenseins. Dies wurde den Studierenden im Gespräch mit aus Syrien zugewanderten Menschen bei der abschließenden Exkursion bestätigt. Am 16. Januar 2020 wurden die angehenden Kindheitspädagoginnen in einem original syrischen Gästezelt mit landestypischem Gebäck und Kaffee herzlichst von den Mitarbeitenden des Interkulturellen Vereins (IKV) in Gera-Lusan empfangen.

Die Zielsetzungen und Schwerpunkte des Vereins wurden mit Bezug auf laufende und vergangene Projekte exemplarisch von den Vereinsleiterinnen Evelyn Fichtelmann und Olga Lange erläutert. Projekte wie „Chancen der Vielfalt“ würden über Wissensvermittlung, Begegnung und Selbsterfahrung das Verständnis füreinander befördern und damit interkulturelle Kompetenz stärken. Bereits an Schulen seien sie unterwegs und würden über Gemeinsames, wie z.B. Kochen oder spezielle Selbsterfahrungsexperimente, sensibilisierende und kompetenzaufbauende Erfolge bei den SchülerInnen erzielen.

Auch vom IKV organisierte sogenannte „Internationale Spieleabende“ im Jugendclub C-One, geleitet von Vereinsmitarbeiterin Franziska Fiedler, sollen gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen ermöglichen und damit antidiskriminierende Wirkung entfalten. Die Studierenden erfuhren von syrischen LehrerInnen, die hier als Bundesfreiwilligendienstleistende syrischen Kindern ihre landestypische Schriftsprache lehren und dafür sorgen, dass im Falle einer Widerkehr ins eigene Land nicht nur laut- sondern auch schriftsprachliche Kompetenzen vorhanden sind.

Besonders wertvoll war für die Studierenden das direkte Gespräch mit aus Syrien Zugewanderten. So berichtete Mirie Almohamad, Projektmitarbeiter des IKV, über kulturelle Spezifika, Erfahrungen in Deutschland und seine Wünsche für das hiesige Miteinander. Auch er zeigte großes Interesse an den Erlebnissen der Studierenden im Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern. Dabei half er, ihre Erfahrungen besser zu verstehen und einzuordnen.

„Der starke Praxisbezug hat sich positiv auf die Haltung der Studierenden ausgewirkt. Nahezu alle Teilnehmenden bestätigten eine deutliche Veränderung ihrer Ansichten. So hätten sie beispielsweise Vorurteile revidieren sowie Empathie und Wohlwollen entwickeln können. Die SRH Hochschule für Gesundheit, die Studierenden des Bachelorstudiengangs Bildung und Förderung in der Kindheit sowie die betreuende Lehrkraft bedanken sich herzlich bei allen Praxispartnern, die mit ihren wertvollen Erfahrungen diese Entwicklung unterstützt und ermöglicht haben“, freut sich Prof. Dr. Anne Henning, Studiengangsleiterin Bildung und Förderung in der Kindheit (B. A.).

Unser Kontakt

Anne Henning

Prof. Dr. Anne Henning

Studiengangsleiterin

Inklusive Kindheitspädagogik (0-12 Jahre), B. A.,
Professorin für Frühförderung
E-Mail: anne.henning@srh.de
Campus Gera
Telefon +49 365 773407-30 E-Mail schreiben