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Forschung

Neue Erkenntnisse in der Adipositasforschung

Marie Bernard und Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski veröffentlichen Studienergebnisse zu altruistischem Verhalten gegenüber Menschen mit Adipositas.

Die SRH Hochschule für Gesundheit veröffentlicht gemeinsam mit, dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen und dem Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig ihre Studienergebnisse zu altruistischem Verhalten gegenüber Menschen mit Adipositas.

Adipositas stellt ein weltweit verbreitetes Gesundheitsproblem dar - allein in Deutschland sind knapp ein Viertel der Bevölkerung adipös. Da Adipositas irrtümlicherweise oftmals als selbstverschuldet wahrgenommen wird, hält sich hartnäckig das Vorurteil Menschen mit Adipositas seien faul oder willensschwach. Diese negativen Stereotypen können zu Ausgrenzung (Stigmatisierung) und Diskriminierung führen. Vor diesem Hintergrund leitete sich die Forschungsfrage ab, ob stärkere Vorurteile gegenüber Menschen mit Adipositas zu einem weniger altruistischen, also kooperativen, Verhalten führen.

In der aktuellen Studie wurden 168 normalgewichtige Menschen hinsichtlich ihrer bewussten und unbewussten Einstellungen zu Menschen mit Adipositas befragt. Mittels eines Experiments – dem Diktatorspiel – wurde altruistisches Verhalten untersucht. Dafür wurde jedem Probanden ein Geldbetrag zur Verfügung gestellt mit der Aufforderung das Geld mit einem normalgewichtigen bzw. adipösen Mitspieler zu teilen. Die Probanden konnten dabei frei entscheiden, ob und wie viel sie mit ihrem Mitspieler teilen wollen. Das Experiment verdankt seinen Namen der Tatsache, dass der Proband – oder auch in dem Falle „der Diktator“ – über die alleinige Kontrolle der Geldverteilung verfügt. Um es möglichst realistisch zu gestalten, durften die Probanden das Geld behalten – wenn sie also wenig abgaben, erhielten sie mehr Geld für ihre Teilnahme. Frühere Studien zeigen, dass die meisten Menschen Geld abgeben, auch wenn sie damit weniger selbst behalten können. Das wird als Indikator für das altruistische Verhalten gewertet. Meist teilen Menschen mehr mit denen, die ihnen sympathisch sind oder zu einer eigenen Gruppe gehören.

Die Studienergebnisse zeigten, dass die Versuchsteilnehmer sowohl bewusste als auch unbewusste Vorurteile gegenüber Menschen mit Adipositas äußerten. Im Gegensatz zu den unbewussten Vorurteilen, wirkten sich bewusste Vorurteile negativ auf das altruistische Verhalten aus. Trotz dessen unterschied sich altruistisches Verhalten gegenüber Menschen mit bzw. ohne Adipositas nicht signifikant voneinander. Die Studienergebnisse verdeutlichen die Verbreitung negativer Vorurteile gegenüber Menschen mit Adipositas, die sich allerdings nicht in unfairem Verhalten widerspiegeln.

Die vollständige Publikation finden Sie hier: Bernard M, Riedel-Heller SG, Luck-Sikorski C: Altruistic Behavior Depending on Opponents’ Body Weight: An Experimental Approach. Obes Facts 2019. e-first: doi: 10.1159/000501318 (IF: 2.653)

Unser Kontakt

Marie Bernard

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

in der Evaluationsstudie des DiaLife-Programms
E-Mail: marie.bernard@srh.de
Campus Gera
Telefon +49 365 773407-42 E-Mail schreiben