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Forschung

Menschen mit Adipositas und Depression

Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, Professorin der SRH Hochschule für Gesundheit veröffentlicht Studie zum Thema „Doppel-Stigma“: Menschen, die zeitgleich an Depression und Adipositas erkrankt sind.

Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, Professorin der SRH Hochschule für Gesundheit veröffentlicht Studie zum Thema „Doppel-Stigma“: Menschen, die zeitgleich an Depression und Adipositas erkrankt sind

Gera, 22.01.2018

Depression und Adipositas zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen der heutigen Zeit. So leiden derzeit allein in Deutschland über 5 Millionen Menschen unter depressiven Symptomen und rund ein Fünftel wird nach Body Mass Index (BMI) als übergewichtig klassifiziert. Bei ungefähr zwei Millionen Menschen in Deutschland treten Symptome beider Erkrankungen gleichzeitig auf. Die Betroffenen sind oftmals Ziel negativer Bewertungen durch ihre Umwelt: Häufig wird dann Menschen mit Depression aber auch mit Adipositas nachgesagt, sie seien willensschwach.

Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, die neben ihrer Tätigkeit an der SRH Hochschule für Gesundheit auch eine Forschungsnachwuchsgruppe am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas der Universität Leipzig leitet, untersucht in einer Studie das „Doppelte Stigma“ von Menschen, die zeitgleich an Depression und Adipositas erkrankt sind. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Psychosomatic Research veröffentlicht.

Die Autoren um Prof. Luck-Sikorski untersuchten in einer repräsentativen Studie die Bewertung von Personen, bei denen Depression und Adipositas gleichzeitig auftreten, im Unterschied zu Menschen, bei denen nur eine der beiden Erkrankungen präsent ist. Hierzu haben sie knapp 1.000 Teilnehmer der deutschen Bevölkerung gebeten, fiktive Frauen mit Adipositas, Depressionen oder beiden Erkrankungen hinsichtlich ihrer Charaktereigenschaften zu beurteilen. Unter Berücksichtigung der Variablen: Alter, Geschlecht, Bildung und persönliche Erfahrungen (z.B. ob jemand selbst unter Depressionen oder Adipositas leidet) geht aus der Studie hervor, dass das gleichzeitige Auftreten der Erkrankungen zu einer negativeren Bewertung der betroffenen Personen führt, als wenn Menschen beschrieben werden, die nur unter einer der Erkrankungen leiden. Wertet man diese negative Bewertung durch die Umwelt als chronischen Stressfaktor, wird deutlich, dass Betroffene, die unter mehr als einer stigmatisierten Erkrankung leiden, einem höheren Risiko für chronischen Stress ausgesetzt sind. Dieser Faktor kann und sollte auch in der Behandlung Berücksichtigung finden.

Der Artikel ist in der Fachzeitschrift Journal of Psychosomatic Research erschienen. Die vollständige Zitation lautet: Luck-Sikorski C, Schomerus G, Jochum T, Riedel-Heller SG. Layered stigma? Co-occurring depression and obesity in the public eye, Journal of Psychosomatic Research 2018, 106: 29-33

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