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Forschung

Alltagstest aus Sicht transsexueller Menschen

ProfessorInnen und Alumna der SRH Hochschule für Gesundheit veröffentlichen Publikation zur Beurteilung Alltagstests aus Sicht transsexueller Menschen.

Das Bedürfnis nach hormoneller und chirugischer Behandlung mit dem Ziel den eigenen Körper dem gewünschten Geschlecht bestmöglich anzugleichen, ist in transsexuellen Menschen tief verankert. Die deutschen Behandlungsrichtlinien beschreiben den Alltagstest als eine Vorbedingung für jegliche geschlechtsangleichende Maßnahmen. Bei diesem Test handelt es sich um eine psychiatrisch/psychotherapeutisch begleitete Alltagserprobung. Dabei müssen die Probanden kontinuierlich und in allen Lebensbereichen im gewünschten Geschlecht leben. Beispielsweise muss eine transsexuelle Frau ab sofort mit einem weiblichen Namen und in „typisch weiblichem“ Erscheinungsbild im Privat- und Berufsleben auftreten. Bislang fehlten für die Effektivität des deutschen Verfahrens jedoch wissenschaftliche Belege und auch die Beurteilung des Tests durch Betroffene wurde bislang nicht untersucht.  

Neben Marie Werndl, Alumna des Bachelorstudiengangs Gesundheitspsychologie,  beteiligten sich Prof. Dr. Katrin Schulz und Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski (Masterstudiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie) an einer Forschungsarbeit, welche in der Zeitschrift für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft veröffentlicht wurde. Hierfür wurden 102 transsexuelle Menschen zu ihren Erfahrungen mit dem Alltagstest befragt.

 Die Ergebnisse zeigten ein uneinheitliches Bild. Während knapp 70% der TeilnehmerInnen den Alltagstest einerseits mit „insgesamt gut“ bewerteten, empfand die Hälfte der Befragten den Alltagstest andererseits als belastend. Etwa mehr als die Hälfte (53%) würde sich rückblickend betrachtet gegen den Alltagstest entscheiden. Zudem zeigte sich, dass der Alltagstest bei den meisten Befragten (knapp 82%) schließlich keinen Einfluss auf ihre Entscheidung für oder gegen geschlechtsangleichende Maßnahmen hatte.

Der Zweck des verordneten Alltagstests, dass transsexuelle Menschen ihre Entscheidung überprüfen, verliert somit womöglich an Bedeutung. Es stellt sich also die Frage, ob der Alltagstest bundesweit als Vorbedingung für geschlechtsangleichende Maßnahmen gelten sollte, im Besonderen, da international andere Richtlinien für die Begleitung von Menschen mit Wunsch nach Geschlechtsangleichung gelten.  

Die vollständige Zitation des Artikels lautet: Werndl, M., Schulz, K. & Luck-Sikorski, C. (2018). Der Alltagstest als Vorbedingung für geschlechts-angleichende Maßnahmen aus Sicht transsexueller Menschen – eine quantitative und qualitative Erhebung. Sexuologie, 25(1-2), 71-80.

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