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Event Details

Professor stellt in Sydney verschiedene Posterbeiträge zum Thema Neuromodulation vor

Prof. Dr. habil Michael Kretschmar auf 14. Weltkongress der International Neuromodulation Society.

Caro Karger

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Carolin Karger

Der 14. Weltkongress der International Neuromodulation Society findet vom 25. bis 30. Mai 2019 im wunderschönen Sydney, Australien, statt. Die International Neuromodulation Society (INS) ist eine gemeinnützige Gesellschaft von Klinikern, Wissenschaftlern und Ingenieuren, die sich der wissenschaftlichen Entwicklung und der Verbreitung der Neuromodulation widmet - der Beeinflussung der Nervenaktivität durch die Abgabe von elektrischen Stimulationen oder chemischen Mitteln an bestimmte Körperstellen. Die 1989 gegründete INS mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, bildet und fördert das Feld durch Meetings, seine MEDLINE-indexierte, peer-reviewte Zeitschrift „Neuromodulation“ und den persönlichen Austausch von Wissenschaftlern. Die Deutsche Gesellschaft für Neuromodulation ist eine der Sektionen den INS.

Auf dem 14. Weltkongress (diese Meetings finden alle 2 Jahre statt) werden ca. 1200 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Die Neuromodulation begann in den frühen 1960er Jahren, zunächst mit einer tiefen Hirnstimulation, der bald (1967) eine Rückenmarkstimulation folgte, beide bei therapierefraktären Schmerzen. Die allmähliche Erkenntnis, dass Schmerz das Ergebnis komplexer dynamischer Prozesse im Nervensystem und nicht nur das Ergebnis von Aktivitäten in einem "fest verdrahteten System" ist, wurde durch die Veröffentlichung der Gate-Theorie im Jahr 1965 erheblich verstärkt. Da eine Schädigung des Nervensystems selbst chronische Schmerzen verursachen kann, begann ein allmählicher Übergang weg von destruktiven chirurgischen Behandlungen wie dem Durchtrennen von Nerven und hin zu reversiblen, modulierenden Behandlungen: der Neuromodulation.

Die Anwendungen der therapeutischen elektrischen Stimulation sind sehr vielfältig und es werden neue Anwendungen entwickelt. Die Behandlung refraktärer chronischer Schmerzen ist die häufigste Indikation, insbesondere neuropathische Schmerzen, aber auch ischämische Schmerzen. Die Stimulation des Rückenmarks ist die häufigste Methode und ihre Anwendung bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen peripheren Ursprungs und bei ischämischen Schmerzen wie Angina und kritischer Extremitätenischämie ist gut etabliert.

Als die tiefe Hirnstimulation bei Schmerzen in den 1980er Jahren zurückging, begann man, sie zur Behandlung von Bewegungsstörungen wie der Parkinson-Krankheit einzusetzen, und diese Anwendung wächst rasant. Auch die periphere Nervenstimulation zur Schmerzlinderung bei neuropathischen Schmerzen findet zunehmend Beachtung. Die intravenöse Epilepsie wurde unterschiedlich mit tiefer Hirnstimulation, Kleinhirnrindenstimulation und Vagusnervstimulation behandelt. Die Stimulation der Vagusnerven scheint ebenfalls eine stimmungsaufhellende Wirkung zu haben und beginnt, bei Depressionen und Zwangsstörungen eingesetzt zu werden. Die Anwendung der Tiefenhirnstimulation zur Behandlung schwerer hartnäckiger Depressionen und zwanghafter Zwangsstörungen wird aktiv untersucht, mit vielversprechenden ersten Ergebnissen. Die 1991 eingeführte Motorkortexstimulation mittels Hirnoberflächenelektroden dient der Behandlung von Schmerzen bei einigen Schlaganfallopfern und Menschen mit Schäden am Trigeminusnerv. Die Überwindung der Inkontinenz, sowohl der Harn- als auch der Stuhlinkontinenz durch elektrische Nervenstimulation ist nicht neu, aber in den letzten Jahren haben sich die Techniken verbessert, und diese Anwendung findet große Beachtung.u Die für die Neuromodulation verwendeten implantierbaren Geräte haben sich in den letzten vier Jahrzehnten kontinuierlich verbessert und in jüngster Zeit mit der Einführung von wiederaufladbaren Systemen, kleineren Geräten und Systemen mit höherer, aber nutzbarer Komplexität einen Sprung nach vorne gemacht.

Die Idee, dass Opiate wie Morphin effektiver sein könnten, wenn sie direkt in die Rückenmarksflüssigkeit (d.h. intrathekal) injiziert werden, wurde erstmals 1977 geprüft und die erste internalisierte Infusionspumpe 1981 implantiert. Solche Pumpen haben sich von patientenaktivierten Bolusgeräten und konstanten Infusionssystemen zu komplexen programmierbaren Einheiten entwickelt. Intrathekalisches Morphium wurde zuerst bei Krebsschmerzen eingesetzt, wird aber heute häufig bei Nicht-Tumorschmerzen bei Patienten mit normaler Lebenserwartung eingesetzt. Wie Stimulationsgeräte werden intrathekale Medikamentenpumpen immer kleiner (oder die gleiche Gesamtgröße kann ein größeres Reservoir haben) und benutzerfreundlicher. Je größer das Reservoir, desto länger ist das Intervall zwischen den Nachfüllungen, aber die Stabilität des Medikaments in Lösung im Laufe der Zeit muss berücksichtigt werden. Auch intrathekale Wirkstoffabgabesysteme werden wie die Neurostimulation in immer größerer Zahl implantiert.

Die Neuromodulation ist eine invasive Behandlung, aber für ausgewählte Patienten, deren chronische Erkrankungen Leiden und Behinderungen verursachen, kann sie eine erhebliche Erleichterung und Verbesserung bringen, oft nachdem alle anderen Maßnahmen versagt haben. Es ist zu hoffen, dass die Verfügbarkeit dieser klinischen und kosteneffizienten Behandlung weiter zunehmen wird. Die zeitigere Indikationsstellung kann sogar den Verlauf einiger Erkrankungen beeinflussen, Lebensqualität verbessern, Medikamentenverbrauch senken und ggf. auch Erwerbsfähigkeit erhalten. Gerade mit letzteren Fragen haben wir uns mit unseren Beiträgen für Sydney intensiv beschäftigt. Folgende Posterbeiträge wurden angenommen:

Kretzschmar S, Kretzschmar M. Neuromodulative pain therapy and reintegration into employment – an observational study.

Kretzschmar M, Jünemann T, Silbermann J, Iversen P. Thoracic spinal epidural haematoma after functional diagnostics and pulsed radiofrequency application using ePRF-Electrode - case report and possible consequences for daily practice in neuromodulation.

Kretzschmar M, Reining M., Jünemann T, Kielstein S, Felthöfer L-O. Dorsal Root Ganglion Stimulation (DRGS) in the treatment of neuropathic pain after peripheral nerve injury of upper and lower extremities – three-years follow-up in 21 patients.

Kretzschmar M. Treatment of chronic post-surgical knee pain after total knee endoprosthesis with dorsal root ganglion stimulation (DRGS) – retrospective analysis after 36 months.


Wann: 27.05. bis 30.05.2019

Wo: ICC Sydney, Parkside Ballroom

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