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Event Details

Professor spricht auf Kongress über die Gefahen von Drogen

Prof. Dr. habil Michael Kretschmar referiert auf 20. Forum Arbeitsmedizin zum Thema "Neues aus den Drogenküchen - was kommt da auf uns zu?".

Caro Karger

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Carolin Karger

Prof. Dr. habil Michael Kretschmar, Professor für Versorgungsforschung, wird auf dem 20. Forum Arbeitsmedizin in Deggendorf einen Vortrtag zum Thema "Neues aus den Drogenküchen was kommt da auf uns zu?" halten.

Die Veranstaltung hat eine langjährige Tradition und ist mit  .ca. 200 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland, hauptsächlich von ArbeitsmedizinerInnenm, stets gut besucht.

Viele der nach Europa eingeführten illegalen Drogen stammen aus Südamerika, Westasien und Nordafrika, während neue psychoaktive Substanzen (NPS) vorwiegend aus China zu uns gelangen. Europa ist auch Erzeugerregion für Cannabis und synthetische Drogen, wobei Cannabis größtenteils für den lokalen Konsum produziert wird, während einige der hier hergestellten synthetischen Drogen für den Export in andere Teile der Welt vorgesehen sind.

Größere Märkte für Cannabis, Heroin und Amphetamine existieren seit den 1970er und 1980er Jahren in vielen europäischen Ländern. Im Laufe der Zeit haben sich auch andere Substanzen etabliert, darunter MDMA und Kokain in den 1990er Jahren. Die Entwicklung des europäischen (deutschen) Drogenmarktes schreitet weiter voran. So kam im letzten Jahrzehnt eine ganze Reihe NPS auf den Markt. Zu den jüngsten Veränderungen des Marktes für illegale Drogen, die weitestgehend auf die Globalisierung und neue Technologien zurückzuführen sind, zählen unter anderem neue Methoden der Herstellung von Drogen und des Schmuggels sowie die Erschließung neuer Transportrouten und die Etablierung von Online-Märkten. Einer vorsichtigen Schätzung zufolge belief sich der Wert des Endkundenmarktes für illegale Drogen in der Europäischen Union im Jahr 2017 auf ca. 25 Milliarden EUR. Ende 2017 überwachte die EMCDDA mehr als 600 NPS, die auf dem europäischen Drogenmarkt gehandelt wurden. Zu diesen Substanzen, die vom internationalen Drogenkontrollsystem nicht komplett erfasst werden, zählen synthetische Cannabinoide, Stimulanzien, Opioide und Benzodiazepine.

Seit 2009 wurden auf dem europäischen Drogenmarkt insgesamt 25 neue Opioide festgestellt – davon wurden neun erstmals im Jahr 2016 gemeldet. Hierzu zählen 18 verschiedene Fentanylderivate, von denen acht erstmals 2016 gemeldet wurden. Die neuen Fentanylderivate spielen zwar gegenwärtig nur eine untergeordnete Rolle auf dem europäischen Drogenmarkt, sie sind jedoch hochpotent und stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für den Einzelnen und die öffentliche Gesundheit dar. Diese neuen Opioide werden in unterschiedlichen Formen sichergestellt, in erster Linie als Pulver, Tabletten und Kapseln sowie seit 2014 auch als Flüssigkeiten. Mehr als 60 % der im Jahr 2015 gemeldeten 600 Sicherstellungen neuer synthetischer Opioide entfielen auf Fentanylderivate. In 85 % der sichergestellten Flüssigkeiten wurden Fentanylderivate nachgewiesen. Anlass zur Sorge gibt in diesem Zusammenhang die Vermarktung fentanylhaltiger Nasensprays, die beispielsweise Acryloylfentanyl oder Furanylfentanyl enthalten. Entsprechend ihrem geringen Marktanteil und ihrem hohen Wirkstoffgehalt machen diese Opioide 0,75 % aller Sicherstellungen neuer Substanzen, jedoch nur 0,04 % der insgesamt beschlagnahmten Menge aus. Bei synthetischen Cannabinoiden handelt es sich um eine Gruppe von Stoffen, welche die Wirkungen von Delta-9- Tetrahydrocannabinol (THC) imitieren. THC ist jene Substanz, die vor allem für die wesentlichen psychoaktiven Wirkungen von Cannabis verantwortlich ist. Die synthetischen Cannabionoide werden als Ersatz für Cannabis vermarktet und als gebrauchsfertige „Räuchermischungen auf Kräuterbasis“ verkauft. Synthetische Cannabinoide stellen nach wie vor die größte Gruppe der beobachteten neuen Substanzen dar und weisen eine zunehmend vielfältige chemische Zusammensetzung auf. Seit 2008 wurden 169 dieser Substanzen entdeckt, darunter elf im Jahr 2016.

Synthetische Cathinone sind chemisch mit Cathinon verwandt, einem in der Khat-Pflanze (Catha edulis) natürlich vorkommenden Stimulans. Diese Substanzen haben eine ähnliche Wirkung wie herkömmliche illegale Stimulanzien, wie beispielsweise Amphetamin, Kokain und MDMA. Synthetische Cathinone bilden die zweitgrößte Gruppe der neuen Drogen. Mit mehr als 25 000 und damit nahezu einem Drittel aller Sicherstellungen waren synthetische Cathinone im Jahr 2017 die am häufigsten sichergestellten NPS. Synthetische Cathinone liegen zumeist als Pulver vor. Die fünf im Jahr 2015 am häufigsten beschlagnahmten Cathinone waren alpha-PVP, 3-MMC, Ethylon, 4-CMC und Pentedron. Mehr als 60 % (1,2 Tonnen) der im Jahr 2015 gemeldeten Sicherstellungen synthetischer Cathinone entfielen auf Lieferungen aus China.

Anlass zur Sorge gibt auch das seit einiger Zeit zu beobachtendem Wachstume des Marktes für neue Benzodiazepine. Etwa 20 dieser Substanzen werden von der EMCDDA überwacht – sechs von ihnen wurden im Jahr 2016 erstmals in Europa nachgewiesen. Im Jahr 2015 wurden mehr als 300 000 Tabletten mit neuen Benzodiazepinen, wie etwa Clonazolam, Diclazepam, Etizolam und Flubromazolam, beschlagnahmt und damit nahezu doppelt so viele wie 2014. Einige neue Benzodiazepine wurden als Tabletten, Kapseln oder Pulver unter ihrem eigenen Namen vermarktet. In anderen Fällen wurden diese Substanzen für die Herstellung von Fälschungen häufig verschriebener angstlösender Arzneimittel verwendet, wie beispielsweise Diazepam und Alprazolam, die direkt auf dem Drogenschwarzmarkt verkauft wurden. In dem Vortrag soll ein Überblick über die strukturell neuen Substanzen gegeben werden. Auf das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) wird eingegangen. Ziel des Gesetzes ist es, die Verbreitung von NPS zu bekämpfen und so ihre Verfügbarkeit als Rauschmittel einzuschränken.

Damit soll die Gesundheit der Bevölkerung und des Einzelnen, insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, vor den häufig unkalkulierbaren und schwerwiegenden Gefahren, die mit dem Konsum von NPS verbunden sind, geschützt werden. Es gibt viele Ursachen für Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz wie Müdigkeit, Medikamentenkonsum (rezeptfrei, verschreibungspflichtig, illegal), Konsum von Drogen etc. Der Konsum von NPS bewegt sich ein einem „Graubereich“. Bei entsprechenden Auffälligkeiten muss der Gebrauch von NPS in die differentialdiagnostischen Überlegungen des Betriebsarztes mit einbezogen werden.


Wann: 26- 28. Juni 2019

Wo: Deggendorfer Kultur- und Kongresszentrum, Edlmairstraße 2, 94469 Deggendorf

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